Die Wirtschaftslage ist der Rettungsanker für die Banken

Die Wirtschaftslage ist der Rettungsanker für die Banken

Die Banken ächzen seit dem Beginn der Finanzkrise vor zehn Jahren unter sinkenden Zinserträgen. Ihre Gewinnmargen im Hauptgeschäft schrumpfen, für eigene Einlagen müssen sie sogar Negativzinsen bezahlen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass branchenweit Korrekturen von Nöten waren um am Markt zu bestehen.

Die augenscheinlichste Veränderung in diesem Zusammenhang waren Schrumpfungen und Fusionen. Diese betrafen jedoch nicht alle Geldhäuser gleichermaßen. Innerhalb der letzten drei Jahre sank die Anzahl der Beschäftigten bei den Privatbanken von 171.200 auf 166.050. Dies entspricht einer Personalkürzung von 5.000 Stellen beziehungsweise etwa 4 %.

Die Großbanken verkleinerten ihr Filialnetz drastisch um Kosten zu sparen. Aktuell unterhalten sie deutschlandweit noch etwa 7.000 Zweigstellen. Innerhalb von drei Jahren schlossen die Deutsche Bank, die Commerzbank und Co. 6 % ihrer Niederlassungen. Doch auch regional tätige Banken verringerten ihr Filialnetz und sahen sich zu Fusionen gezwungen. Von 176 Finanzinstituten blieben 166 übrig. Die Landesbanken sparten 2.000 Stellen ein und senkten ebenfalls ihre Präsenz vor Ort.

Besonders drastisch war der Einschnitt bei den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Das ehemals dichte Filialnetz wurde ausgedünnt und Mitarbeiter freigesetzt. 1.600 Filialen wurden in den letzten drei Jahren geschlossen, 22.000 Angestellte weniger werden beschäftigt.

Moody’s blickt zuversichtlich auf deutsche Banken

Angesichts dieser Entwicklung scheint Moody’s stabiler Ausblick für den deutschen Bankensektor im ersten Moment verwunderlich. Das Analystenteam sieht die aktuelle, sehr starke wirtschaftliche Situation jedoch als Stabilisator für das Kreditgeschäft. Aufgrund der niedrigen Arbeitslosenquote und anhaltend guten Konjunktur sinkt das Risiko für Kreditausfälle. Die Verbraucher und Unternehmen sind in der Lage ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Darüber hinaus sind die weiterhin unternommenen Anstrengungen zur Kostensenkung positiv für die zukünftige Stabilität. So will die Deutsche Bank bis zum kommenden Jahr 9.000 Stellen abbauen. Die Commerzbank hat sich zum Ziel gesetzt, 9.600 Vollzeitstellen zu streichen. Die Umstrukturierung soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen sein. Im Zuge dessen sollen jedoch keine Filialen geschlossen werden.