Gesetzliche Rente: Oft weniger als Hartz IV

Gesetzliche Rente: Oft weniger als Hartz IV

2. Juli 2013

Die gesetzliche Rente scheint immer mehr zu einem Auslaufmodell zu werden. Einer aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung zufolge muss bereits jetzt jeder zweite Rentner mit weniger als 700 Euro im Monat leben. Private Vorsorgestrategien werden wichtiger.

Die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann von den Linken hatte die Zahlen angefordert, die nun für Empörung sorgen. Laut der Analyse der Rentenzahlungen aus dem Jahr 2012 erhalten 48 Prozent der Rentner weniger als 700 Euro im Monat. Das ist die Summe, die ein Rentner zur Verfügung hat, wenn er Grundsicherung bezieht, auch „Hartz IV im Alter“ genannt. Besonders im Westen ist der Anteil der Mini-Renten groß, hier erhalten 73 Prozent der Rentner gerade einmal so viel, dass es für Miete, Lebensmittel und Krankenversicherung reicht. Zwei Prozent der Rentner müssen zusätzlich Grundsicherung beantragen, weil die gesetzliche Rente nicht ausreicht. Steigende Mieten und höhere Lebenshaltungskosten, besonders in Großstädten führen dazu, dass immer mehr Senioren auch im Alter arbeiten müssen. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit sind die Zahlen der alten Minijobber um 36 Prozent angestiegen, während im Jahr 2003 noch 595.000 Minijobber im Rentenalter registriert waren, sind im Herbst 2012 bereits 812.000 Minijobber älter als 65 Jahre. Unklar ist jedoch, wer von diesen Senioren freiwillig arbeitet und wer auf eine zusätzliche Einnahmequelle angewiesen ist. Angesichts der neuen Zahlen fordern viele Sozialverbände, dass das Rentenniveau nicht weiter abgesenkt wird; dies beträgt derzeit 51 Prozent und soll bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent sinken. Rentner erhalten dann also nur noch 43 Prozent des durchschnittlichen Verdienstes.

Private Altersvorsorge wird wichtiger

Ein Blick auf die Gesellschaft zeigt, dass sich das Problem Altersarmut noch weiter verstärken wird. Immer mehr Geringverdiener, Selbstständige, die am Rande des Existenzminimums leben und Frauen, die sich der Kindererziehung widmen, müssen mit Mini-Renten rechnen. Wer im Alter nicht einen Minijob ausüben möchte, sollte so früh wie möglich privat vorsorgen. Experten raten, die Altersvorsorge aufzufächern und konservative sowie risikoreichere Modelle zu kombinieren. Eine Immobilie, die im Alter genutzt werden kann, könnte die Basis bilden, als Einstieg ist auch die staatlich geförderte Riester-Rente gut geeignet. Auszubildende oder Studenten könnten mit einem Tagesgeldkonto beginnen, auf dem schrittweise Geld für spätere Wertpapiere oder andere Produkte angespart wird. Neben der betrieblichen Altersvorsorge bringt auch ein Banksparplan mit hohem Grundzins sichere Erträge für das Alter. Private Kapitalanlagen, etwa festverzinsliche Wertpapiere können das Portfolio ergänzen. Umso später die Altersvorsorge begonnen wird, desto risikoärmer sollte die Strategie sein, jüngere Sparer hingegen können Verluste durch Aktienfonds und andere risikoreichere Varianten noch auffangen.

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