Mehrheit der Deutschen besitzt private Haftpflichtversicherung

Mehrheit der Deutschen besitzt private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung bietet einen umfangreichen Schutz gegen Schadenersatzansprüche Dritter. Personen-, Sach- oder Vermögensschäden können im schlimmsten Fall in die Millionenhöhe gehen und müssen ohne Versicherung lebenslang mit dem eigenen Einkommen bezahlt werden. Viele Deutsche sind sich dieses finanziellen Risikos durchaus bewusst, die Absicherungsquote ist hoch, wie eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov zeigt.

In der Analyse der Kölner Meinungsforscher wurden 80.000 Menschen mit Mitsprachrecht in Sachen Versicherung befragt. Die Befragungen wurden in den Jahren 2004 bis 2012 durchgeführt. Für die vorliegende Detailanalyse wurden erneut 2.000 Menschen unter 35 Jahren befragt. Das erfreuliche Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen besitzt eine private Haftpflichtversicherung (79 Prozent). Weitere Auswertungen zeigten jedoch auch, dass vor allem die Versicherer noch stärker an der Ansprache potenzieller Kunden arbeiten müssen. Vor allem im Internet besteht ein großes Potenzial, Kunden direkt anzusprechen, besonders Männer können auf dem digitalem Weg gut erreicht werden. Männer schließen der Studie zufolge eher eine Versicherung online ab, sie sind es auch, die häufig Versicherungsvergleiche anstellen, um Kosten zu sparen. Insgesamt besitzen aber mehr Frauen eine Privathaftpflicht, 71 Prozent der Frauen besitzen eine solche Police, drei Prozent mehr als die Männer. Der minimale Unterschied in der Versicherungsquote überrascht, werden Männer doch häufig als risikofreudiger eingeschätzt. Sie sind es, die durch ihre Berufswahl oder ihre Freizeitaktivitäten eher in Unfälle verwickelt werden. Versicherungsexperten sprechen dabei von der sogenannten Risikoschere, das heißt, persönliches Risiko und Versicherungsschutz stimmen nicht überein.

Frauen wünschen sich persönliche Beratung

Männer beraten sich in Versicherungsfragen gern selbst. Sie lesen sich Informationen im Internet an und entscheiden anschließend relativ schnell, welcher Anbieter der richtige ist. Finanzpsychologen sprechen in diesem Zusammenhang von der „Erledigungsmentalität“. Männer wollen Wichtiges möglichst schnell erledigen, auch wenn das Ergebnis nicht immer sehr gut ausfällt. Ältere Männer legen hierbei generell etwas stärkeren Wert auf eine gute Absicherung. Jüngere Männer unter 35 Jahren sind tendenziell etwas schlechter abgesichert als der Durchschnitt. Bildung und Einkommen spielen bei der Erledigungsmentalität jedoch keine Rolle. So entscheiden männliche Fabrikarbeiter ähnlich wie besser ausgebildete Ärzte gleich schnell. Versicherungen werden dabei genauso schnell abgeschlossen wie komplexere Finanzprodukte, etwa Baufinanzierungen. Während Männer also eher im Internet nach einer privaten Haftpflichtpolice suchen, wünschen sich weibliche Versicherungsnehmer eine persönlichere Ansprache. Sie lassen sich nach einer fundierten Beratung eines Versicherungsexperten eher auf eine neue Versicherung ein als Männer. Frauen sind generell etwas unsicherer in Kaufentscheidungen und wägen sorgfältig ab, bevor sie eine Versicherung abschließen.

>>> Private Haftpflichtversicherungen im Vergleich 03.08.2021

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