Private Rentenversicherung: Sofortrente lohnt nicht für jeden

Private Rentenversicherung: Sofortrente lohnt nicht für jeden

Jeder hat verschiedene Möglichkeiten, privat fürs Alter vorzusorgen. Die Sofortrente gehört dabei zu den beliebtesten Modellen der Altersvorsorge. Doch diese eignet sich nicht für jeden, darauf weist nun der Bund der Versicherten (BdV) hin.

Dass die Notwendigkeit besteht, privat Geld zu investieren, zeigte kürzlich wieder eine Recherche des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“. Dieses hatte die Renteinformationen der Deutschen Rentenversicherung unter die Lupe genommen. Wer mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat, erhält eine Prognose über die Höhe der zu erwartenden Rente. Der ARD zufolge handelt es sich dabei jedoch oft um eine „Illusion“, Versicherte müssten tatsächlich mit einem Viertel weniger auskommen als berechnet. Wer einen großen Geldsegen etwa in Form einer Erbschaft oder einen Lottogewinn erhält, kann diesen einzahlen, um die Sofortrente zu erhalten. Diese wird lebenslang ausbezahlt, außerdem können Überschüsse gezahlt werden – vertraglich zugesichert sind diese aber nicht. Die Auszahlung bis ans Lebensende ist auch dann garantiert, wenn die Summe der Rentenzahlungen die Einmalzahlung übersteigt. Diese Form der Altersvorsorge ist laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor allem für all jene interessant, die ein zusätzliches Einkommen wünschen. Auch Menschen, die sich ungern mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen, könnten von der Sofortrente profitieren. Ein weiterer Vorteil liegt in der steuerlichen Begünstigung, die Höhe ist vom Alter des Versicherten bei Beginn der Rentenzahlungen abhängig. So müsste ein 65-Jähriger 18 Prozent der jährlichen Rentenzahlungen versteuern, beginnt die Sofortrente mit 67 Jahren, müssten 17 Prozent ans Finanzamt abgeführt werden.

Versicherer kalkulieren mit zu hoher Lebenserwartung

Nach Zahlen des GDV entfallen 26 Prozent der deutschen Lebensversicherungen bereits auf Sofortrenten, im Jahr 2012 wurden 22,7 Milliarden Euro an Versicherte ausbezahlt. Doch es gibt auch Nachteile, wie der BdV mitteilt. Zwar sei die Grundidee gut, viele Versicherer würden aber mit einer unrealistisch hohen Lebenserwartung kalkulieren, um die lebenslange Rente für alle Kunden sicherstellen zu können. Nach statistischen Berechnungen würde ein heute 65-jähriger Mann noch 20 Jahre leben, eine Frau 24 Jahre. Die Versicherer kalkulieren jedoch mit einer Lebenserwartung von 93 Jahren. Wer lange lebt, profitiert also am meisten vom Modell Sofortrente. Ein weiterer Nachteil: Kunden müssten sich lebenslang verpflichten und hätten nach Vertragsabschluss keinen Zugriff mehr auf ihr Geld. Um den Verfall der Rente im Todesfall zu verhindern, können Kunden aber eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Die Sofortrente wird in diesem Fall an die Hinterbliebenen weiter ausbezahlt. Sehr junge Kunden sollten außerdem eine volldynamische Auszahlung vereinbaren. So steigen die Rentenzahlungen mit den Jahren immer weiter an. Der einmal erreichte Stand kann aber nicht mehr abgesenkt werden.

>>> Private Rentenversicherungen im Vergleich 21.01.2020

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