Stiftung Warentest: Konditionenwechsel beim Tagesgeldkonto „LeitzinsPlus“ lohnt sich nicht

Stiftung Warentest: Konditionenwechsel beim Tagesgeldkonto „LeitzinsPlus“ lohnt sich nicht

In der Regel sind Bestandskunden bei Tagesgeldern deutlich schlechter gestellt als Neukunden. Anders sieht es derzeit bei Barclays aus, hier können Kunden, die der Bank seit 2012 treu waren, derzeit von besonders hohen Zinsen profitieren. Wer nun ein verlockendes Schreiben der Bank erhält, sollte besonders genau hinschauen, denn ein Tarifwechsel kann Zinseinbußen mit sich bringen.

Hintergrund: Im Februar 2012 machte die Bank Sparern ein tolles Angebot. Basis für die Zinsberechnung für das Tagesgeldkonto bildet der aktuelle Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser betrug vor einem Jahr 1,00 Prozent. Barclays garantierte ihren Kunden einen Zuschlag auf den Leitzins von 1,75 Prozent. Diese Verzinsung von 2,75 Prozent wurde Tagesgeldkunden für drei Jahre garantiert. Dieses Zinsversprechen stellt sich nun als finanzielle Belastung für die Bank heraus. Viele der damaligen Neukunden erhalten derzeit Schreiben, das einen Konditionenwechsel schmackhaft machen soll. Dieser hört sich auf den ersten Blick gut an. Danach erhalten Kunden Zinsen von 2,75 Prozent – also einen Zinsaufschlag von 2,25 Prozent plus den aktuellen Leitzins von 0,5 Prozent. Jedoch gilt dieses Zinsversprechen nur für einen Zeitraum von sechs Monaten, danach werden Tagesgelder nur noch mit 0,75 Prozent verzinst. Auch Neukunden erhalten derzeit nur eine Verzinsung von 0,75 Prozent, damit liegt die Bank im unteren Mittelfeld, denn die Spitzenreiter im Tagesgeld zahlen im Durchschnitt 1,50-1,60 Prozent.

Wer sollte jetzt wechseln?

Die Empfehlung der Stiftung Warentest fällt in diesem Fall klar aus: Nicht wechseln! Kunden mit dem alten LeitzinsPlus-Vertrag sollten die garantierten Zinsen von 2,75 Prozent noch so lange in Anspruch nehmen, wie der Vertrag läuft und nicht wechseln. Für einige Kunden hat dieses Angebot jedoch durchaus Vorteile. Wer nach Ablauf der sechsmonatigen Zinsgarantie eine größere Anschaffung, etwa eine Immobilie oder ein Auto, plant und die Spareinlagen nicht mehr benötigt, sollte die 2,75 Prozent mitnehmen und mit einem neuen Tagesgeldkonto wieder Rücklagen bilden. Alle anderen Kunden jedoch sollten bei ihrem alten Vertrag bleiben, denn auch ein Wechsel zu einem besser verzinsten Konto ist aktuell keine Alternative. Mit 1,50 Prozent bieten die Renault Bank und ING-DiBa derzeit die besten Tagesgeldzinsen. Ein Trend zu höheren Zinsen ist nicht zu erkennen. Dass sich die Zinsen am Leitzins orientieren werden, bildete die Basis des LeitzinsPlus-Kontos, diese Einschätzung hat sich jedoch als falsch herausgestellt. Während der Leitzins von 1,00 auf nunmehr 0,5 Prozent gesunken ist, fielen die Tagesgeldzinsen im selben Zeitraum im Durchschnitt sogar um 1,25 Prozentpunkte.

>>> Zum Tagesgeld Vergleich am 07.03.2021

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