Goldpreisentwicklung: Goldpreis sinkt weiter

Goldpreisentwicklung: Goldpreis sinkt weiter

Anleger, die in das Edelmetall Gold investiert haben, mussten drei schwere Monate hinnehmen. Im Juni hat der Goldpreis seine Talfahrt fortgesetzt, Analysten sprechen vom größten Einbruch seit 100 Jahren.

Gold ist traditionell eine Fluchtwährung und eine Absicherung vor Inflation und wird immer dann vermehrt eingekauft, wenn es der Wirtschaft schlechtgeht und die Zinsen niedrig liegen. In den USA beobachtet man derzeit jedoch eine äußerst positive Entwicklung, die sich wiederum negativ auf den Goldpreis auswirkt. So sind die amerikanischen Verbraucher wieder in Kauflaune, auch der Immobilienmarkt hat sich wieder erholt, mehr Investoren wagen das Risiko, die Konjunktur zieht an. Auch der US-Dollar hat sich erholt, Ende Juni bekam man für 1,30 US-Dollar 1 Euro. Anleger außerhalb des Dollarraums müssen mehr für das Edelmetall bezahlen, dies hat Einfluss auf die Nachfrage. Einen weiteren Grund für den starken Einbruch des Goldkurses sehen Analysten in der Ankündigung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, in Zukunft weniger locker mit Geld umzugehen. Darüber hinaus wird wieder mehr Gold gefördert, besonders im Spitzen-Förderland China, in diesem Jahr steuert das Land auf einen neuen Rekord hin. Immer mehr professionelle Anleger kehren Gold den Rücken zu. So gab es hohe Abflüsse aus Gold-ETFs, börsennotierten Indexfonds, die physisch mit Gold besichert sind. Seit Beginn des Jahres wurden 565 Tonnen aus Goldfonds zurückgezogen, das entspricht einem Fünftel der gesamten Minenproduktion im Jahr 2012.

Investmentbanken senken Prognosen

Ende Juni hat sich der Goldkurs etwas stabilisiert, zwischenzeitlich fiel er jedoch unter die Marke von 1200 Dollar für 31 Gramm – eine Feinunze. Das ist der niedrigste Stand seit dem Sommer 2010. Am höchsten war der Preis im September, hier erhielten Verkäufer 1921,15 Dollar für eine Feinunze Gold. Wie tief der Goldpreis tatsächlich gesunken ist, lässt sich aus Vergleichen erahnen. Seit April sank der Wert um 22 Prozent, seit Beginn des Jahres sogar um 30 Prozent. Dieser Wertverlust ist der stärkste seit 1920. Anleger mussten ein denkbar schlechtes Quartal hinnehmen, viele Investmentbanken haben ihre Prognosen gesenkt. So senkten die Analysten Peter Richardson und Joel Crane ihre Vorhersagen von 1.487 auf 1.409 US-Dollar für das Jahr 2013. Für 2014 erwarten die Experten nun einen Goldpreis von 1.313 Dollar, statt 1.563 Dollar. Auch die Credit Suisse, Goldman Sachs sowie UBS haben ihre Prognosen abgesenkt.

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