Silber-Boom: Prägeanstalten mit Umsatzplus

Silber-Boom: Prägeanstalten mit Umsatzplus

Das „Gold des kleinen Mannes“ sorgte in den letzten Monaten für einige Aufregung bei Anlegern. So sank der Silberpreis dramatisch, jüngst nun auch die Ankündigung, dass Silbermünzen mit dem regulären 19-prozentigen Mehrwertsteuersatz belegt werden. Beide Faktoren sorgen nun für eine dramatisch steigende Nachfrage bei klassischen physischen Anlageprodukten.

So meldet etwa Deutschlands größter, bankenunabhängiger Händler von Edelmetallen Pro Aurum, dass die Nachfrage nach Silberbarren und -münzen explodiert. An guten Tagen setzt der Händler bis zu 2,5 Tonnen Silber um, der Anteil von Silber am gesamten Handel stieg von 20 auf 30 Prozent. Dass sich der Silberpreis derzeit auf einem Zweijahrstief befindet – eine Feinunze kostet Ende Juni 19,65 US-Dollar – lässt immer mehr private Anleger zugreifen. Mit der Ankündigung des höheren Mehrwertsteuersatzes entscheiden sich weitere Käufer, doch noch in diesem Jahr Silber zu kaufen. Neben Barren sind dabei vor allem Münzen das beliebteste Anlageprodukt. Im Jahr werden durchschnittlich 300 Tonnen Silber zu Anlagemünzen, den sogenannten Bullion Coins verarbeitet. Auch in der Industrie steigt die Nachfrage, was hauptsächlich den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Edelmetalls geschuldet sein dürfte. So wird Silber in zahlreichen Wirtschaftszweigen verarbeitet, beispielsweise in der Solarbranche, aber auch bei der Herstellung von Kühlschränken kommt das Edelmetall zum Einsatz.

Nordamerikanische Anlagemünzen derzeit sehr teuer

Zu den Topsellern gehören derzeit die Münzen „Maple Leaf“ sowie der „American Eagle“. Beide sind derzeit nur schwer oder mit hohem Aufpreis zu bekommen. Da beide Silbermünzen auch in Nordamerika stark nachgefragt sind, bleiben kaum Kontingente für den europäischen Markt. Einige Prägeanstalten haben bereits Schwierigkeiten, den hohen Bedarf überhaupt decken zu können. So hat die U.S. Mint allein im Mai dieses Jahres 70.000 Silbermünzen mit dem Silberadler verkauft, dies entspricht einem Plus von 17.000 Münzen im Vergleich zum April. Ähnlich positive Zahlen meldet die Royal Canadian Mint. Hier wird das „Maple Leaf“ geprägt. Während im ersten Quartal 2012 vier Millionen Silbermünzen gekauft wurden, waren es im selben Zeitraum 2013 6,6 Millionen, dies entspricht einem Umsatzplus von 65 Prozent. Bleibt die Nachfrage auf dem derzeit sehr hohen Niveau, rechnet die Anstalt mit Verkäufen von 23 Millionen Münzen im Jahr 2013. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 gingen 18,1 Millionen Silbermünzen mit dem Ahornblatt an Händler und private Anleger.

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